Eine Schweizer Model 3 Auslieferung

Eine Schweizer Model 3 Auslieferung

Am Mittwoch starteten in der Schweiz die Auslieferungen des lange erwarteten Tesla Model 3. S3XY.ch durfte nun am Samstag bei einer Auslieferung dabei sein.

Treffpunkt war um 10:15 vor dem Sitz der “Klima Kälte Kopp AG” in Dietikon. Unternehmer Andrea Kopp setzt nicht nur privat auf Elektromobilität, sondern hat bereits mehrere E-Autos in seiner Firmenflotte. Er ist auch Initiant einer GOFAST-Ladestation auf dem Firmengrundstück an der Silbernstrasse 12 in Dietikon und dort baldiger Nachbar des grössten Superchargers in der Schweiz an der parallel verlaufenden Moosmattstrasse.
Als Andrea, begleitet von seiner Frau Ruth und Mustapha, ein Mitarbeiter seines Unternehmen, eintrafen, hatte er den Fahrzeugausweis, die neuen Nummernschilder und eine schlechte Nachricht mit dabei. Tesla habe ihn eine Stunde zuvor angerufen und eine junge Mitarbeiterin musste ihm peinlich berührt mitteilen, dass das Auto für seine Frau noch nicht im Delivery Hub in Höri steht und deshalb heute nicht abgeholt werden kann.
Glücklicherweise durften die Kopps an diesem Samstag nicht nur das Model 3 für Ruth abholen, sondern auch das Firmenfahrzeug für Mustapha. Eine Übergabe wird an diesem Tag also doch noch stattfinden für die Kopps.

Delivery Hub Höri

In einer alten Industriehalle in Höri, unweit des Flughafen Zürich Kloten, hat Tesla in kurzer Zeit einen zentralen Ort für die Übergaben der Model 3 Fahrzeuge in der Deutschschweiz eingerichtet, ein zweiter steht in Meyrin bei Genf. Die Halle ist mit einer Trennwand zweigeteilt und hat mehrere CEE-Industriesteckdosen an den Seitenwände, in jeder steckt ein alter drei-phasiger Mobile Connector der die wartenden Autos auflädt.
In der Trennwand hat es eine Öffnung, durch welche immer wieder ein neues Model 3 hereingefahren wird, kaum wurde vorne ein anderes von einem glücklichen neuen Besitzer abgeholt. Dahinter sieht man in mehreren Reihen weitere Model 3, bereit um für eine Übergabe aufgearbeitet zu werden. Ganz hinten sieht und hört man auch an diesem Samstag Tesla-Mitarbeiter mit Hochdruckreiniger Autos waschen.
Die Delivery Hubs, so war zu erfahren, sollen in Zukunft alle Auslieferungen in der Schweiz bewerkstelligen und somit die Service Center entlasten. Diese können sich dann ganz auf ihre Kernkompetenz, dem Fahrzeug-Service, konzentrieren.

Die Übergabe

Vor der Halle befinden sich einige Parkplätze für die Abholer direkt neben dem Eingang, welcher mit einem Tesla-roten Teppich und zwei Fahnen geschmückt ist. Nach dem Eintreten wurden wir freundlich von mehreren Tesla-Mitarbeitern begrüsst und mit Kaffe und anderen Getränken versorgt. Wir befinden uns in einem von der Halle abgetrennten Wartebereich mit Stehtisch und einem Monitor auf welchem ein Tesla-Werbevideo in Endlosschleife läuft.
Der Leiter des Delivery Hubs erklärt uns, nicht minder verlegen als die junge Dame am Telefon, weshalb das Model 3 von Ruth nicht da ist. Es ist die Logistik, welche noch nicht reibungslos läuft. Manchmal gelangen noch Fahrzeuge nach Höri, welche nicht erwartet wurden und andere bleiben trotz Abholtermin in der Verzollungsanlage in Courgenay stehen. Es werden den Kopps mehrere Lösungen offeriert, die Mitarbeiter sind sichtlich bemüht, den Fehler wieder Wett zu machen.
Dann ist es soweit, wir gehen durch eine weitere Türe in die eigentlichen Halle mit den Fahrzeugen, wo noch ein zweiter Wartebereich eingerichtet wurde, und gehen zum Auto welches Mustapha erhält. Das mitternachtsilberne Model 3 wird von uns allen begutachtet und Mustapha erhält im Fahrzeuginnern eine Einweisung in die Funktionen und die Bedienung des Wagens, diese ist doch ein wenig anders als bei seinem Verbrennervorgänger.

Einweisung in das Fahrzeug durch eine Tesla-Mitarbeiterin

In der Zwischenzeit überprüft Andrea das Auto von aussen auf Mängel. Leider gibt es ausgerechnet bei diesem Fahrzeug eine kleine Beschädigung welche wahrscheinlich auf den Transport zurückzuführen ist. Daneben sind noch ein bis zwei unschöne Stellen im Lack, die aber durch Polieren ziemlich sicher behoben werden können. Bei allen Mängel zeigt sich Tesla sofort einsichtig und verspricht Nachbesserung. Service und Freundlichkeit: Top.
Die Qualität der Verarbeitung würde ich als “gut” zusammenfassen. Ja, es gibt ein paar Unschönheiten beim Lack und bei den Spaltmassen aber ich habe sie ob mancher Medienberichte viel auffälliger erwartet. Der Innenraum würde ich einem BMW oder Audi sogar als ebenbürtig bemessen, besonders das hölzerne Armaturenbrett ist ein Hingucker. Und wenn man bedenkt, dass Tesla erst seit ca. einem Jahr in solchen Massen produziert und ausliefert, während andere Hersteller diese Prozesse seit Jahrzehnten betreiben, ist die Qualität wirklich erstaunlich gut.

Neuer Mobile Connector

Wie im Vorfeld bereits zu erfahren war, hat Tesla seinen Universal Mobile Connector (UMC) überarbeitet. Neu kann dieser das Fahrzeug nur noch einphasig mit maximal 3.7kW laden. Auf Grund der Einphasigkeit fehlt auch der rote, mit dem alten Mobile Connector noch mitgelieferte, CEE16-Adapter (dreiphasig 16A), dafür ist jetzt ein blauer CEE16-Adapter (einphasig 16A) beigelegt. Leider ein Rückschritt, zumindest in einem Land wie der Schweiz, wo ein dreiphasiges Stromnetz auch zu Hause zur Normalität gehört.

Neuer Mobile Connector mit den mitgelieferten Steckeradapter

In der Anfangsphase der Auslieferungen erhalten Käufer in der Schweiz als zweites noch den Schukoadapter zu ihrem UMC mitgeliefert. Die Adapter mit Schweizer Typ-12-Stecker (einphasig 10A) sind noch in der Produktion und seien voraussichtlich im April verfügbar. Bei Verfügbarkeit werden sie an die bisherigen Besitzer, welche jetzt einen Schukoadapter erhalten haben, nachgeliefert. Kurzfristig ein Nachteil, später ein Vorteil, hat man so doch zwei Adapter für “normale” Steckdosen erhalten, einen für die Schweiz und den einen für viele Europäische Länder.

Midnight Silver Long-Range Dual-Motor Model 3

Besten Dank nochmals an Andrea und seine Frau, die mir die Möglichkeit gaben, an der Übergabe mit dabei zu sein und natürlich auch seinem überglücklichen Mitarbeiter Musti. Vielleicht sieht man sich mal unterwegs beim Laden oder an der Eröffnung des Supercharger in Dietikon.

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